Köln, 23. April 2009 - Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf das Zahlungsverhalten in Deutschland negativ aus.
"Besonders die Entwicklung der privaten Verschuldung bereitet uns große Sorgen. Die zunehmende Zahlungsnot vieler privater Schuldner spüren unsere Unternehmen vor Ort sofort - wie ein Seismograf", so Wolfgang Spitz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU). Gerade wegen der rasch steigenden Zahl der Erwerbslosen zeichnet sich mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung deshalb auch ein erneuter Anstieg der Verbraucherinsolvenzen spätestens im zweiten Halbjahr 2009 ab.
In der traditionellen Frühjahrsumfrage unter den 536 Mitgliedsunternehmen des BDIU berichten 43 Prozent der Befragten, dass sich die Rechnungstreue gewerblicher und privater Schuldner im Vergleich zu Herbst 2008 verschlechtert habe. Befragt nach den weiteren Aussichten bis Ende 2010 erwarten sogar 78 Prozent der Inkassounternehmen eine eher noch schlechtere Zahlungsmoral als heute.
Denn die häufigsten Gründe, warum private Schuldner in Rückstand geraten oder Forderungen nicht begleichen, sind laut Frühjahrsumfrage Überschuldung (84 Prozent der Inkassounternehmen bestätigen das) und Arbeitslosigkeit (76 Prozent; Mehrfachnennungen waren möglich). Einen momentanen Liquiditätsengpass vor dem Hintergrund der Krise nennen 58 Prozent. 52 Prozent haben außerdem beobachtet, dass säumige Verbraucher ihre Rechnungen absichtlich nicht oder zu spät bezahlen. Nur 10 Prozent der Umfrageteilnehmer machen die Angabe, dass das Bezahlen der fälligen Rechnungen schlicht vergessen worden sei.
Die vollständige Umfrage finden Sie unter www.bdiu.de